Tollwuterkrankung beim Pferd

Tollwut (Rabies oder Rage) ist eine anzeigepflichtige Virusinfektion, die bei Tieren und Menschen eine akute lebensbedrohliche Hirnhautentzündung verursacht. Das Tollwutvirus kann alle Arten von Säugetieren infizieren, tritt bei reinen Pflanzenfressern jedoch selten auf. In Europa gilt der Fuchs als Hauptüberträger der Tollwut.

Das Tollwutvirus wird mit dem Speichel eines an Tollwut erkrankten Tieres übertragen. Eine Infektion ist durch Einbringung des Speichels in kleinere Verletzungen und durch Tröpfcheninfektion über die Schleimhäute möglich. Der Hauptübertragungsweg ist aber der Biss durch ein infiziertes Tier.

Die Inkubationszeit bei Tollwut beträgt in der Regel zwischen 2 und 8 Wochen.

Die Krankheit äussert sich oft durch auffällige Wesensveränderungen. So verlieren erkrankte Wildtiere häufig die natürliche Scheu vor dem Menschen.

Infizierte Hunde werden zumeist auffällig übererregt (auch geschlechtlich), bellen unmotiviert, reagieren aggressiv und werden bissig. („rasende Wut“). Später zeigen sich Lähmungserscheinungen, heiseres Bellen, starkes Speicheln, Schaum vor dem Maul, heraushängende Zunge. Tollwut kann aber auch direkt mit Lähmungserscheinungen beginnen („stille Wut“).

Beim Pferd äußert sich die Tollwut bei „rasender Wut“ durch Anrennen gegen die Stallwände und Koliken. Oder bei „stiller Wut“, durch teilnahmslose Apathie.

Die Krankheitsdauer bei Tollwut beträgt zwischen einem Tag und einer Woche und endet zu über 99% tödlich. Es gibt bislang kein wirksames Heilmittel gegen Tollwut. Gegen Tollwut kann durch Impfung mit inaktivierten Viren vorgebeugt werden. Mit Glück kann eine Impfung auch noch einige Stunden nach dem Biss durch ein infiziertes Tier erfolgreich sein.

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