Koliken bei Pferden, Ponys und Eseln

Unter Kolik versteht man eigentlich nichts anderes, als krampfartigen Schmerz im Bauch. Das ist zum einen ein sehr weitläufiger Begriff und kann zum anderen sehr unterschiedliche Auslöser haben. Angefangen bei Angst, Streß und ungewohnter plötzlicher Belastung reicht das Spektrum über die Infektion oder Entzündung von inneren Organen bis zu starker Verwurmung oder Vergiftungen. Auch Schimmelpilztoxine in schlechtem Heu, Stroh, oder Silage können die Ursache sein. Ebenso eine häufige Futterumstellung bzw. Überfütterung. Bei empfindlichen Pferden reicht mitunter schon ein starker Wetterwechsel. Aber auch physikalische Ausseneinwirkung oder ganz profane Dinge, wie eine vollgeäppelte Tränke und der dadurch enstehende Wassermangel können Koliken auslösen.

Je nach auslösendem Faktor kommt es zu unterschiedlich starken Störung der Darmbewegung (Peristaltik), wodurch der normale Kotvorschub verlangsamt, oder gestoppt wird. Im schlechtesten Fall kommt es zu einer Lageveränderung des Darms, die eine Verdrehung, Verschlingung, Verknotung oder Einschiebung von Darmabschnitten und damit einen Verschluß der dahinterliegenden Darmbereiche zur Folge hat. Das führt wiederum zu einer Unterversorgung einzelner Darmabschnitte, die dadurch in relativ kurzer Zeit absterben können.

Wie erkennt man eine Kolik und wie läuft sie ab?

Man unterscheidet zwischen gering-, mittel- und hochgradigen Kolikzuständen.

Anfängliche Sympthome können sein: Aphatie, auffällige Unruhe, trüber Blick, häufiges Flehmen, umsehen nach dem Bauch, Futter- und / oder Wasserverweigerung, sowie eventuelles schlagen nach dem Leib oder Liegen zu ungewohnten Zeiten. Gestreckte Entlastungshaltung, oder hundesitzige Haltung sind weitere untrügerische Anzeichen.

Entziehen Sie Ihrem Pferd auf jeden Fall sofort jegliches Futter, falls es normal auf Stroh steht, stellen sie es in eine leere Box, oder in eine Halle. Wenn Ihr Pferd zu starken Koliken neigt, keine Darmgeräusche aufweist, oder Ihr Tierarzt eine längere Anfahrtszeit benötigt, rufen Sie direkt den Tierarzt. Ansonsten können Sie in diesem Stadium beginnen dem Pferd "Nux Vomica" zu verabreichen. In der Potenzierung D6 sollten einem Großpferd alle 15 Minuten 10, einem Kleinpferd oder Pony 8 und einem Fohlen 5 Tropfen oder Kügelchen verabreicht werden. Achten Sie auf das Vorhandensein von Darmgeräuschen und halten Sie das Pferd wenn möglich in leichter Bewegung. Treiben Sie es nicht an, oder jagen es etwa. Fällt es von sich aus in einen leichten Trab, so ist das in Ordnung. Reden Sie beruhigend auf Ihr Pferd ein, oder massieren Sie sanft seinen Bauch. Achten Sie darauf, ob es Kot absetzt, das ist immer ein gutes Zeichen. Bietem Sie immer wieder zwischendurch frisches Wasser an. Wenn sich ihr Pferd legen oder wälzen möchte, versuchen Sie nicht das zu verhindern. Neuerdings geht man nach Abwägung der Vor- und Nachteile davon aus, daß es besser ist dem Pferd das Wälzen zu ermöglichen.

Sollte sich durch Ihr Bemühen nicht innerhalb von kurzer Zeit eine deutliche Zustandsverbesserung einstellen, oder sich der Zustand sogar verschlechtern, rufen Sie sofort einen Tierarzt. Stellen Sie ca. 10-15 Liter frisches, handwarmes Wasser zu dessen Eintreffen bereit.

Im mittelschweren Stadium wird sich das Pferd vermehrt anfallsweise legen und evtl. wälzen. Auch Zähneknirschen, gesteigerte Unruhe und Schwitzen sind weitere Anzeichen.

Im schweren Stadium mit sehr starken Schmerzen erfolgt ein heftiges Wälzen, ein rücksichtsloses "Sich zu Boden werfen" begleitet von starken Schweißausbrüchen.

Zu diesem Zeitpunkt besteht zusätzlich die Gefahr, daß sich das Pferd in der Box festlegt oder sich anderweitigt selbst verletzt. Selbstredend, daß sich spätestens bei ersten Anzeichen von unkontrolliertem Ausschlagen alle Anwesenden schleunigst aus der Box zurückziehen sollten.

Mittlerweile haben sich die Gesundungschancen für schwere Koliken bei rascher fachlicher Hilfe auch nach Kolikoperationen stark Verbessert. Nach einer Veröffentlichung der medizinischen und gerichtlichen Veterinärklinik in Gießen liegen die Überlebenschancen bei schweren Koliken mittlerweile bei 95%, nach Kolikoperationen leider etwas niedriger, aber immer noch bei 65 - 70%.

Vorbeugend gegen Kolik:

  • Immer für ausreichend frisches Wasser sorgen
  • Nur gute Futterqualität verfüttern
  • Besser mehre kleine Portionen, als die gesamte Tagesration auf einen Schlag füttern
  • Schonendes Anweiden im Frühjahr.
  • Regelmäßige Wurmkuren
  • Unnötige Streßsituationen vermeiden
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