Hufgeschwüre bei Pferden, Ponys und Eseln

Abbildung Huf abdrücken

Eigentlich ist hier die Definition Hufabzess richtiger. Beim Hufabszess handelt es sich um eine eitrige Entzündung der Huflederhaut dessen Ursachen das Eindringen von Fremdkörpern, hartes Autreten auf einen spitzen Stein, das Anschlagen der Hufwand an einem harten Hindernis o.ä. sein können. Anzeichen für einen Hufabszess sind meistens Lahmheit des Pferdes (Schrittverkürzung), Entlastung des betroffenen Hufes, deutlicher Hufpuls unterhalb des Fesselgelenkes und erhöhte Huftemperatur.

Bei einem unerkannten oder nicht behandelten Hufabszess kann es auf Grund der Tatsache, dass die Entzündung mit dem Eiterherd keinen Abfluss nach außen hat, sich die Entzündungsflüssigkeiten im inneren des Hufes einen Weg zum weichesten Hufbestandteil suchen und am Kronrand als Eiter austreten.

Besteht der Verdacht auf einen Hufabzess, wird der Tierarzt oder der sachkundige Schmied, den Huf mit einer Speziellen Zange vorsichtig abdrücken um die Stelle der Entzündung und den Eiterherd zu lokalisieren. Mit dem Hufmesser oder einer akkubetriebenen Fräse wird dann die Sohle im lokalisierten Bereich aufgeschnitten, um dem Eiter einen Abfluss zu geben und damit eine sofortige Druckentlastung zu erreichen. Je genauer der Eiterherdes lokalisiert werden kann, desto kleiner fällt die resultierende Sohlenöffnung aus. Mit entweichen des Drucks geht das Pferd meist sofort wieder klar. Der Entzündungsherd wird anschließend durch die entstandene Öffnung mit einen Desinfektionsmittel (z.B. Rivanol®, Wasserstoffsuperoxyd) oder einem ähnlichen Medikament gespült. Mit einem festen Hufverband wird anschließend die Wunde zusammen mit dem ganzen Huf abgedeckt. Zusätzliche Angüsse mit Rivanol® unterstützen ggf. den Heilungsprozess.

Nach ca. 1 Woche sollte sich die Öffnung mit einer dünnen Hautschicht verschlossen haben. Diese Haut ist aber noch sehr empfindlich und bei Verletzungen dieser Haut kann es zu weiteren Entzündungen im Huf kommen.

Mit guten Hufschuhen, die den empfindlichen Bereich des Hufes vor äußeren Einwirkungen schützen, ist schon nach kurzer Zeit (nach abgeklingen der Entzündung) ein Paddock- oder Weidegang wieder möglich. Die Hufschuhe, die über lange Zeit immer wieder verwendet werden können, sind auch bei anderen Hufproblemen oft eine große Hilfe, sodass sich deren Anschaffung (kosten nicht viel mehr als ein Rundumbeschlag) auf jeden Fall lohnt.

Bei nicht zu steinigem Boden (Weide, weicher Platz) kann das Pferd aber auch ohne Hufschuhe mäßig belastet werden.

Sollte der Abzess am Kronrand durchgebrochen sein wird es ca. 8 Monate bis 1 Jahr dauern (je nach Hornwachstum) bis es zum Boden gewachsen ist. Ein Tierarzt sollte in diesen Fall hinzugezogen werden! Bei großflächigen Öffnungen in der Hufsohle und bei einer hohen Empfindlichkeit der Hufe kann auch ein Beschlag mit Ledersohle angeraten sein.

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