Hauptgewährsmängel beim Pferdekauf

Die Hauptgewährsmängel beim Pferdekauf liegen einer kaiserlichen Viehmängelverordnung von 1899 zugrunde. Der Verkäufer eines Pferdes haftete danach bis 2002 nach BGB § 441 - 492, über eine Frist von 14 Tagen, für sechs Krankheitsbilder, die als Hauptmängel bezeichnet wurden.

Ein durch einen Tierarzt festgestellter Hauptmangel mußte innerhalb der Gewährsfrist dem Verkäufer mitgeteilt werden. (Ein Einschreibebrief mit Rückschein war der sicherste Weg.) Der Käufer hatte wegen eines festgestellten Gewährsmangels Anspruch auf Rückgängigmachung des Kaufes (Wandlung), nicht aber auf Herabsetzung des Kaufpreises. Der Verkäufer ersetzte im Falle der Wandlung dem Käufer die Kosten der Fütterung und Pflege, die Kosten der tierärztlichen Untersuchung und Behandlung sowie die Kosten einer eventuell notwendig gewordenen Tötung und Beseitigung des Tieres. Die Haftung für "Mängel im Recht" entfiel allerdings, wenn dem Käufer die Mängel bei Abschluß des Kaufvertrages bekannt waren.

Für den Verkauf von Nutz- und Zuchtpferden galten als Hauptmängel:

Dämpfigkeit
Dummkoller
Kehlkopfpfeiffen
Koppen
periodische Augenentzündung
Rotz

Seit einer Neuordnung des Verbraucherschutzgesetzes vom 01.01.2002 haften Pferdeverkäufer über einen Zeitraum von 2 Jahren für jeglichen erheblichen Mangel, der zum Zeitpunkt des Pfedeverkaufs schon bestanden hat. Die Gewährsfrist beginnt in dem Moment an dem das Pferd in den Besitz des Käufers übergeht.

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