Fohlenlähme bei Pferden, Ponys und Eseln

Neugeborene Fohlen verfügen über ein sehr unvollständiges Immunsystem und sind noch nicht im Stande eigene Antikörper zu bilden. Dadurch sind sie extrem empfindlich gegen Keime und Bakterien. Nur unmittelbar nach der Geburt produziert die Mutterstute eine spezielle Milch (Kolostrum). Mit dieser Erstmilch nehmen die Fohlen Antikörper der Mutterstute auf, die diese selbst gebildet, oder durch Impfung erworben hat. Durch diese "Schluckimpfung" erhält das Fohlen ausreichende Abwehrkräfte, bis sich das eigene Immunsystem weitgehend ausgebildet hat.

Im Umkehrschluß haben Fohlen, die keine Erstmilch aufnehmen können, eine erhebliche Lücke in ihrem Immunsystem. Sie erkranken an Erregern und sterben an Krankheiten, die für "normale" Fohlen ungefährlich sind.

Dies kann z.B. dann der Fall sein, wenn die Stute schon vor der Geburt ihre Erstmilch „verliert“ und ihrem Fohlen nur noch normale Milch anbieten kann. Bei Stuten die ihr Fohlen nicht annehmen, oder bei Fohlen die saugunlustig sind.

Symptome der Fohlenlähme:
Erkrankte Fohlen trinken deutlich weniger als gesunde Fohlen, wirken träge und apathisch. Sie sind schwächlich und stehen unsicher auf den Beinen. Manche schaffen es nur unter sichtlicher Mühe oder garnicht aus eigener Kraft aufzustehen. Es können Fieber, Durchfälle, Koliken, Atemnot und Spastische Zuckungen auftreten. Nabel- und Augenentzündungen sowie sichtliche Lahmheit durch entzündete Gelenke. Die erkrankten Fohlen sterben oder behalten lebenslange Schäden zurück.

Vorbeugung gegen Fohlenlähme:

  • Ein hoher Wert an Stallhygiene kann den Erregerdruck senken.
  • Mit einem iGG-Fohlentest kann der Antikörpertiter des Fohlens bestimmt werden. Liegt dieser Wert unter der kritischen Grenze kann eine Plasmatransfusion aus aufbereitetem Blut der Mutterstute an das Fohlen verabreicht werden.

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