Anzeigepflichtige Seuchen

Abbildung zum Thema Pferdeseuchen

Die Tierseuchenbekämpfung ist eine Gemeinschaftsaufgabe des Staates und aller Tierbesitzer. Und Zuwiderhandlung ist kein Falschparken für 10€.

!! Achtung, hier sind Sie als Tierhalter in der Pflicht und bis zu 25.000€ haftbar. Dennoch es geht um mehr… Im schlimmsten Fall um ganze Tierbestände !!

§ 10 des Tierseuchengesetzes ermächtigt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, anzeigepflichtige Tierseuchen zu benennen.

Dabei umfasst die Liste der anzeigepflichtigen Tierseuchen auch solche Tierseuchen, die in der Bundesrepublik Deutschland noch nie oder seit langer Zeit nicht mehr vorgekommen sind. Denn bei globalisiertem Handel und  - Reiseverkehr nimmt die Gefahr der (Wieder-) Einschleppung von Tierseuchen zu.

Für Pferdehalter von besonderer Bedeutung sind folgende Tierseuchen:

  • Afrikanische Pferdepest
  • Ansteckende Blutarmut der Einhufer (EIA)
  • Beschälseuche der Pferde
  • Infektion mit dem West-Nil-Virus
  • Pferdeenzephalomyelitis
  • Rotz
  • Stomatitis vesicularis
  • Transmissible Spongiforme Enzephalopathie (bei Mauleseln)


Zur Anzeige verpflichtet sind:

  • Der Tierbesitzer oder wer vertretend für den Besitzer zeitweilig mit der Aufsicht der Tiere beauftragt ist. Das bist in einer Urlaubsvertretungssituation Du (Na klar schau ich mal über dein Pferd, während du im Urlaub bist)
  • All diejenigen die berufsmäßig mit Tierbeständen zu tun haben (Pferdehändler / Tierärzte / Tierheilpraktiker / Schmiede / Pensionsstallbetreiber / Schlachter etc.)


Anzeigepflichtig sind nicht nur nachgewiesene Erkrankungsfälle, sondern schon der geringste begründete Verdacht auf eine Erkrankung.

Die Seuchenmeldung ist unverzüglich an die zuständige Behörde; dies ist in der Regel das örtlich zuständige Veterinäramt. Unverzüglich bedeutet: ohne jeden Zeitverlust und ohne schuldhafte Verzögerung. Auch am Wochenende darf es keine Verzögerung geben. Der Amtstierarzt oder sein Vertreter sind immer zu erreichen.

Wer entgegen § 9 des Tierseuchengesetzes die ihm obliegende Anzeige nicht oder nicht unverzüglich erstattet, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 76 Tierseuchengesetzes. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Die Bedeutung der unverzüglichen Tierseuchenanzeige sollte jedem Tierbesitzer klar sein. Eine Tierseuchenverheimlichung oder eine verspätete Anzeige, kann privatrechtliche Schadensersatzansprüche in unabsehbarer und existenzbedrohender Höhe zur Folge haben.

Eine staatliche Entschädigung für Tierverluste durch Tierseuchen soll die Auswirkungen und Folgen einer Tierseuche für betroffene Tierhalter tragbar machen und die Tierseuchentilgung sowie die Mitarbeit der Tierbesitzer fördern. 

Die Entschädigungsobergrenze bei entschädigungsberechtigten Pferden liegt derzeit bei 5.113 € je Tier. Der Anspruch auf Entschädigung entfällt jedoch, wenn der Besitzer der entschädigungsberechtigten Tiere z.B. die Anzeige auf eine Tierseuche schuldhaft nicht unverzüglich erstattet oder ganz unterlässt.

Mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Tierseuchen sind u.a.:

  • Isolation verdächtiger Tiere
  • Verbot oder Beschränkung des Treibens von Vieh
  • Einführung von Deckregistern
  • Einrichtung von Sperrzonen
  • Einrichtung von Schutzgebieten
  • Anordnung von Impfungen
  • Anordnung von Desinfektionsmaßnahmen
  • Anordnung von Handelsverboten
  • Anordnung von Verkehrsverboten
  • Anordnung der Tötung erkrankter Tiere
  • …etc…


Bild oben: von Magnus MertensDesinfektion eines Chemikalienschutzanzug-Trägers nach Bio-Einsatz (Übung); Niedersächsische Landesfeuerwehrschule Celle, Germany, via Wikimedia Commons

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