Ankaufsuntersuchung/A.K.U. beim Pferd

Pferdekauf ist (k)eine Vertrauenssache.

Wer sich mit dem Gedanken trägt ein Pferd zu erwerben, der wird auch eine gewisse Vorstellung davon haben, wie sein neuer Freizeitpartner beschaffen sein sollte. Preis, Rasse, Alter, das Stockmaß sowie eventuell Farbe und Geschlecht können Entscheidungskriterien für oder gegen einen Kauf sein. Aber vor allem möchte sich kaum jemand ein krankes Pferd mit daraus entstehenden Tierarztkosten und reiterlichen Einschränkungen ans Bein hängen. Um ein derartiges Risiko möglichst gering zu halten, sollte man den Kauf unbedingt von einer Ankaufsuntersuchung abhängig machen. Das hat nichts mit Misstrauen gegenüber dem Verkäufer zu tun, denn selbst wenn dieser ehrlichen Herzens davon überzeugt ist ein gesundes Pferd zu verkaufen können krankhafte Veränderungen vorliegen, die erst Monate oder Jahre später zu Problemen führen. Davon muss der Verkäufer bis jetzt noch nicht das geringste gemerkt haben.

Da eine "einfache " Ankaufsuntersuchung bereits mit 150-200 Euro zu Buche schlägt und der Preis pro Röntgenbild und mit jeder weiteren Sonderuntersuchung steigt, kommt man schnell in Bereiche um die 400-500 Euro, was ja nicht gerade ein Pappenstiel ist. Ich bin nicht der Meinung, dass ich 500 Euro bezahlen muss damit ich weiß, dass jemand ein krankes Pferd besitzt, dass ich auf keinen Fall kaufen werde. Genau dagegen sollte man sich absichern. Z.B mit einem Kaufvorvertrag der vorher vereinbart, dass der Käufer Pferd und Ankaufsuntersuchung nur dann kauft / bezahlt, wenn das Pferd gesund ist.

Die einfache Ankaufsuntersuchung umfasst:

  • Untersuchung und Bewertung des Allgemeinzustandes. Körperbau, Zähne, Hufe, Fell.
  • Untersuchung der Vitalfunktionen im Ruhezustand. Abhören der Herztöne und der Atmungorgane, Abtasten der Lymphknoten.
  • Untersuchung des Bewegungsapparates durch abtasten der Gliedmaßen, Begutachtung von Schritt und Trab (an der Hand vorgeführt) sowie Provokationsmaßnahmen z.B. Beugeprobe.
  • Untersuchung der Vitalfunktionen im Belastungszustand. Erneute Kontrolle der Herztöne und der Atmungorgane

Ergeben sich nach diesen Untersuchungen Verdachtsmomente für eine Erkrankung, kann die Ankaufsuntersuchung durch z.B. Röntgenbilder, Ultraschall und weiterer Spezialuntersuchungen erweitert werden.

Bis 2002 beschränkten sich die Gewährleistungsrechte auf die sechs Hauptgewährsmängel der Kaiserlichen Viehmängelverordnung von 1899. Logisch, dass damals niemand von Cushing oder HYPP gesprochen hat.

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